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Bergbahnen nutzen innovative Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz und für eigenständige Energieproduktion
Die Schweizer Bergbahnen reagieren mit aktivem Energiemanagement auf die Veränderungen im Energiemarkt und die wachsenden Qualitäts- und Leistungsanforderungen der Gäste. Die Schweizer Bergbahnen benötigen jährlich mit insgesamt rund 183 GWh ähnlich viel Strom wie die Hotel- und Gastrobetriebe in der Stadt Zürich. Die Studie „Energiemanagement Bergbahnen“ von Seilbahnen Schweiz und grischconsulta ermittelt ein Energie-Einsparungs¬potenzial von rund 15%. Die Bergbahnen verursachen nur einen geringen Teil der gesamten CO2-Emissionen eines Skiurlaubs.
Seilbahnen Schweiz hat – unterstützt von Innotour (seco) – grischconsulta mit der Erarbeitung der umfangreichen Studie zum Energiemanagement beauftragt. Die internationale Pionierarbeit bringt konkrete Handlungsanleitungen für die unternehmerische Praxis, hilft den Verantwortlichen, die Sensibilität zum Thema Energie und Energie-Image in der Seilbahnbranche zu erhöhen und versachlicht die Diskussion um Energie- und Emissionsfragen touristischer Aktivitäten.
Skifahren verbraucht weniger Strom als Wellness Der gesamte Strombedarf der Schweizer Bergbahnen von rund 183 GWh pro Jahr wird zu 55% von den Transportanlagen, zu 32% von der technischen Beschneiung und zu 13% für weitere Dienstleistungen inkl. Gastronomie im Gebiet benötigt. Der Strombedarf entspricht rund 0.27%, also weniger als 3 Promille des in der Schweiz produzierten Stroms, dabei ist der Strombedarf pro Arbeitsplatz mit 33 MWh ungefähr gleich hoch wie in der Nahrungsmittelbranche. Der Stromverbrauch pro Besucher und Skitag ist dabei mit 5.3 kWh um einiges geringer als beispielsweise bei einem Besuch in einer Therme oder einem Hallenbad.
Schweizer Wintersportferien verursachen geringe CO2-Emissionen Die Untersuchung des Treibhausgas-Ausstosses von vier unterschiedlichen Bergbahnen in den Schweizer Alpen zeigt, dass der Qualitätsstandard, die Topografie und der Ausbau einen grossen Einfluss auf die Höhe der Treibhausgas-Emissionen haben. Die Emissionen pro Ferienaufenthalt sind aber in erster Linie von der Wahl des Verkehrsmittels, der Länge des Anreiseweges und der Art der Unterkunft abhängig. Die Emissionen der Bergbahnen haben dabei nur einen geringen Anteil. Im Vergleich zu anderen Ferienszenarien wie z.B. Kreuzfahrt, Bade- oder Tauchferien sind die Emissionen von Wintersportferien wesentlich geringer.
Lawinenverbauungen als Solarkraftwerke Schon heute sind die Bergregionen das Energiezentrum der Schweiz (Wasser-, Sonnen- und Windenergie). Es gibt dabei verschiedene Möglichkeiten, wie Bergbahnen selbst Energie produzieren können. Besonders geeignet sind die bessere Nutzung von Abwärme, Photovoltaik, Geo- und Solarthermie. Lawinenverbauungen an Südhängen, auch ohne Pisten, eignen sich hervorragend für ertragsstarke Solarkraftwerke. Beschneiungsanlagen können in Umkehrfunktion auch als Wasserkraftwerke betrieben werden. Die erforderlichen Infrastrukturen wie Speicherseen, Druckleitungen und Pumpstationen sind in den meisten Fällen vorhanden. Was in der Schweiz noch Planungscharakter hat, ist in Österreich vorbildhaft bereits Realität.
Energiemanagement als Strategie und Werbeargument Berechnungen haben gezeigt, dass bei Bergbahnunternehmen und Ski- und Ausflugsgebieten mit aktivem Energiemanagement Reduktionen des Energieverbrauchs und der -kosten von bis zu 15% möglich sind. Das Management von Lastspitzen verspricht grosses Kostensenkungspotenzial. Doch auch mit einfacher umsetzbaren, rein organisatorischen Massnahmen sind substanzielle Einsparungen möglich.
Die Autoren empfehlen, das Thema Energiemanagement als festen Bestandteil in die Unternehmensstrategie aufzunehmen. Wichtig sind klare organisatorische Regelungen von Verantwortlichkeiten und regelmässiges Controlling. Das darf auch kommuniziert werden, denn Energie ist auch ein Marketing-Thema. Kunden sind heute bereit, für umweltfreundliche Produkte mehr zu bezahlen, weil sie damit einen zusätzlichen ideellen Wert erhalten. Wichtig ist die Glaubwürdigkeit solcher Massnahmen, die durch Zertifizierungen von neutralen Stellen erhöht werden kann.
Dr. Peter Vollmer, Direktor vom Verband Seilbahnen Schweiz und Auftraggeber der Studie, zeigt sich zufrieden mit den Arbeiten. Er ist überzeugt, dass die umfassenden und praxisorientierten Handlungsempfehlungen zahlreiche Schweizer Seilbahnunternehmen in ihren Energiemanagement-Aufgaben unterstützen werden. Die Trends zeigen, dass Energiemanagement in naher Zukunft sowohl in ökonomischer, als auch in ökologischer Hinsicht zu einer wichtigen strategischen Aufgabe für die Bergbahnen im Alpenraum wird.
Für Rückfragen: Dr. Peter Vollmer, Direktor SBS 031 359 23 35 / 079 318 02 35 Dr. Ing. Roland Zegg, grischconsulta 081 354 98 00 Roman Weissen, Kommunikation SBS 031 359 23 14 / 079 239 41 00
Die Studie „Energiemanagement Bergbahnen“ und das Praxis-Handbuch können bei Seilbahnen Schweiz (SBS) und grischconsulta AG www.grischconsulta.ch bezogen werden.
Seilbahnen Schweiz (SBS) ist der Verband der Schweizer Seilbahnbranche. Ihm gehören als Mitglieder 363 Seilbahnunternehmungen in allen Regionen des Landes an. Seilbahnen Schweiz betrachtet sich als umfassende Branchenvertretung. Dies wird unterstrichen durch die Tatsache, dass dem Verband auch rund 95 Industrieunternehmen als befreundete Mitglieder angehören, die im Bereich Seilbahnbau tätig sind. Zweck von Seilbahnen Schweiz ist es, die gemeinsamen Anliegen und Interessen der Mitglieder zu vertreten und ihre Zusammenarbeit zu fördern. Daraus ergibt sich ein breites Spektrum von Aktivitäten, das von der Vertretung gegenüber Behörden über die Mitgliederberatung bis zur Öffentlichkeitsarbeit reicht.
Die Churer grischconsulta AG, 1987 von Dr. Ing. Roland Zegg, Inhaber und Geschäftsführer, gegründet, gehört heute zu den führenden Beratungsunternehmen in der Tourismus- und Bergbahnbranche der Alpenländer. Die Kernkompetenzen von grischconsulta liegen in der innovativen Organisations- und Strategieberatung, dem intelligenten Coaching von Kooperations- und Fusionsprojekten, der touristischen Masterplanung sowie soliden Machbarkeits-, Branchen- und Wertschöpfungsanalysen. Zu den Kunden zählen Bergbahnunternehmen, Tourismusdestinationen, Hotelbetriebe und tourismusverwandte Unternehmen und Organisationen sowie Gemeinden, Regionen und Verbände. www.grischconsulta.ch
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