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Finanzierung von Bergbahnen eine permanente Herausforderung

Die Schweizer Bergbahnen sichern ihre Zukunft, indem sie ihre Anlagen modernisieren und Erweiterungsinvestitionen tätigen. Die Projekte mit einem Investitionsvolumen von gegen 400 Mio. Franken pro Jahr lassen sich jedoch nur realisieren, wenn sie finanziert werden können. Ein von Seilbahnen Schweiz zusammen mit der Hochschule Luzern herausgegebenes praxisorientiertes Handbuch soll den Verantwortlichen der Bergbahnen Tipps für die Lösung ihrer Finanzierungsprobleme geben.

Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern – Wirtschaft hat im Auftrag von Seilbahnen Schweiz ein praxisorientiertes Handbuch Bergbahnfinanzierung geschaffen. Die Idee zu diesem Handbuch entstand im Zusammenhang mit dem Projekt Hermes von Seilbahnen Schweiz, welches sich mit Ideen für innovative und nachhaltige Möglichkeiten der Seilbahnfinanzierung beschäftigt hat. Wie sich in diesem Projekt zeigte, sind die Möglichkeiten für neuartige Finanzierungsmodelle beschränkt. Gleichzeitig besteht bei den Bergbahnen ein Bedürfnis nach praktischen Tipps für die Lösung von Finanzierungsproblemen.

Finanzierung von Bergbahnen eine unternehmerische Herausforderung
Die Bergbahnbranche weist einige Besonderheiten auf, welche die Finanzierung von Investitionsprojekten erschweren. Die Branche ist sehr investitionsintensiv und hat hohe Fixkosten. Deshalb wirken sich Umsatzschwankungen stark auf die Ertragslage aus. Gleichzeitig muss aufgrund der speziellen Situation der Branche (z.B. saisonale Ausrichtung, wetter- und Klimaabhängigkeit, Einfluss von Währungsschwankungen, Abhängigkeiten von der Entwicklung der jeweiligen Destination etc.) mit Umsatzschwankungen gerechnet werden. Die Finanzierung von Bergbahnen ist in diesem Umfeld mit Risiken verbunden. Die Beschaffung von Eigenkapital und von Bankkrediten stellt deshalb eine grosse Herausforderung dar.

Ziele der finanziellen Führung der Bergbahnen
Ausgangslage bilden die Ziele der finanziellen Führung der Bergbahn, welche letztlich darin bestehen, über einen längeren Zeitraum genügend Free Cashflow zu erwirtschaften, um das Fremdkapital zurückzahlen und den Aktionären Mehrwert in Form von Ausschüttungen und/oder Wertsteigerung auf ihren Aktien generieren zu können.

Ermittlung des Finanzbedarfs
Für die Planung der Finanzierung muss zunächst der Finanzbedarf ermittelt werden. Dieser ergibt sich aus den Businessplänen und den daraus abgeleiteten Finanzplänen. Die aktuelle Finanzsituation und die aufgrund der Finanzplanung ermittelte Entwicklung der künftigen Finanzsituation zeigen auf, ob der Business Case die Erreichung der Ziele der finanziellen Führung gewährleistet. Zur Finanzbedarfsermittlung gehört auch das Durchspielen von verschiedenen Szenarien (z.B. Umsatzschwankungen, Zeithorizont, Eigenkapitalanteil, Verzichtsplanungen etc.). Ebenso müssen Massnahmen zur Reduktion des Finanzierungsbedarfs eingeplant werden.

Finanzierungskonzept
Wenn der Finanzbedarf bekannt ist, muss ein Grobkonzept für die Finanzierung erarbeitet werden. Dieses stützt sich auf die Finanzpolitik der Bergbahn ab, welche quasi die Leitplanken für die Finanzierungsentscheidungen definiert. Im Finanzierungskonzept wird festgelegt, wie die Aufteilung der Kapitalstruktur (Eigenkapital/Fremdkapital) aussehen soll, wie lange das Kapital zeitlich gebunden sein soll, welche alternativen Fremdfinanzierungen zur Verfügung stehen, welche Finanzierungspartner einbezogen werden und wie das Fremdkapital strukturiert werden soll.

Eigenkapitalbeschaffung und Pflege der Aktionäre
Bei der Detailplanung der Finanzierung mit Eigenkapital muss zum einen von der aktuellen Eigenkapitalstruktur ausgegangen werden. Ziel soll es sein, eine gute Aktionärspolitik zu verfolgen, welche die bestehenden Aktionäre zufrieden stellt. Dies soll es ermöglichen, jederzeit bestehende und allenfalls neue Aktionäre für Kapitalerhöhungen gewinnen zu können. Zum andern gilt es Kapitalerhöhungen zu planen, zu strukturieren und erfolgreich durchzuführen.

Beschaffung von günstigem Fremdkapital
Bei der Detailplanung der Finanzierung mit Fremdkapital (mit Schwerpunkt bei den Bankkrediten) gilt es grundlegende Entscheide zu den Finanzierungspartnern, Finanzierungsformen und Finanzierungsinstrumenten zu treffen. Die Verantwortlichen der Bergbahn sollen sich Gedanken zu den Einflussgrössen für den Kreditentscheid der Banken machen, Überlegungen zu den Zinsänderungsrisiken und deren Steuerung anstellen, Kreditofferten einholen und beurteilen, erfolgreiche Verhandlungen mit den Banken führen und die Kreditverträge abschliessen. Wichtig ist auch, dass periodisch die Finanzierungssituation überprüft wird und dass die Beziehungen zu den Kreditgebern gezielt gestaltet und gepflegt werden (Creditor Relations).

Handbuch als Führungsinstrument
Das Handbuch Bergbahnfinanzierung zeigt die Besonderheiten der Finanzierungsprobleme der Branche auf und gibt eine Fülle von praktischen Hinweisen, wie die Finanzierung optimiert werden kann. Es liefert nicht nur Mitgliedern von Geschäftsleitungen und Verwaltungsräten von Bergbahnen Nutzen, sondern auch den finanzierenden Banken und den Beratern, welche die Bahnen bei ihren Investitionsprojekten unterstützen. Obwohl das Handbuch auch auf die spezifischen Probleme von Bergbahnen eingeht, enthält es wertvolle Anregungen, die auch für Unternehmen anderer Branchen zutreffen.


Für Rückfragen:
Dr. Peter Vollmer, Direktor SBS 031 359 23 35 / 079 318 02 35
Prof Dr. Christoph Lengwiler, IFZ / Hochschule Luzern – Wirtschaft 041 724 65 61 / 079 786 53 52
Roman Weissen, Kommunikation SBS 031 359 23 14 / 079 239 41 00


Download


Medienmitteilung

MM_Handbuch_Bergbahnfinanzierung_d.pdf (66.2 kB)

Fragen und Antworten zur Bergbahnfinanzierung

 
Seilbahnen Schweiz SBS Dählhölzliweg 12 CH-3000 Bern 6 Tel 031 359 23 33 info@seilbahnen.org
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