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Aufklärungsarbeit und mehr Eigenverantwortung Michael Berner, von der Stiftung Sicherheit im Skisport DSV, kann in seinem Referat mit vielen positiven Elementen aufwarten. Beim Faktor "Piste", der im Zuständigkeitsbereich der Seilbahnen liegt, gibt es enorme Verbesserungen wie beispielsweise Pistenführung, Pistenpräparation und Pistensicherung. Alle Beteiligten leisten ihren Beitrag zur Verbesserung der Sicherheit. Die Unfallzahlen haben sich, seit Erfassung durch die ASU, halbiert!
Dr. med. Karl-Heinz Kristen, Facharzt für Sportorthopädie, Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, unterstreicht in seinen Ausführungen, dass die Seilbahnen auf Aufklärungsarbeit und mehr Eigenverantwortung setzen. Bezogen auf die Eigenverantwortung der Sporttreibenden weist der Facharzt darauf hin, dass trotz der sehr hohen Sicherheitsstandards bei den Liftanlagen und auf den Pisten 90 Prozent aller Ski- und Snowboardverletzungen durch Müdigkeit, Selbstüberschätzung und mangelndem technischen Können entstehen.
Edith Müller Loretz, Leiterin Aktionen/Kampagnen der SUVA, argumentierte ebenso dahingehend, dass über 90 Prozent aller Schneesportunfälle selbst verschuldet sind. Das heisst, jeder einzelne Schneesportler hat grossen Einfluss auf seine eigene Sicherheit. Die SUVA und die Seilbahnen unterstützen die Sportler mit präventiven Massnahmen. Die Seilbahnen decken vor allem den Teil der Verhältnisprävention ab. Diese Art der Prävention umfasst Massnahmen im Bereich der Pistenraumgestaltung, der Signalisation und teilweise auch der Präparation der Pisten. Diese Massnahmen sind sehr effizient, weil die Umsetzung nicht dem einzelnen Sportler überlassen wird, sondern durch die Verhältnisse vorgegeben ist. Ein Beispiel dafür sind die Banner "Langsam", die ein Hindernis darstellen und den Schneesportler zwingen, sein Tempo anzupassen. Die Pistenraumgestaltung wird von Seilbahnen Schweiz in der Verkehrssicherungspflicht vorgegeben und kontrolliert. Beide Referenten verweisen darauf, dass mit allen Massnahmen letztlich erreicht werden soll, dass die Leute unversehrt und dem Schneesport "treu" bleiben.
Nachfragetrends im Wintertourismus Prof. Karl Born, von der Hochschule Harz, vermerkt, dass sich die Tendenz zur „Späterbuchung“ verstärkt. Feststellbar ist weiter eine stärkere Polarisierung der Nachfrage: Mittleres Segment verliert dramatisch, Teile davon bewegen sich in das obere Segment, wesentlich mehr aber in Richtung unteres Segment. Der Gast des oberen Segments will mehr Bequemlichkeit, Zeitgewinn und Zusatzleistungen, wogegen beim unteren Segment Sparen im Urlaub, also Produktumfang abspecken und mehr All-Inklusive gewünscht werden. Für den Anbieter stehen inskünftig Zusatzangebote im Vordergrund, wie Wellness, Kulinarik oder Events der verschiedensten Art.
Skifahren ist weiterhin trendy Markus Lamprecht, Lamprecht & Partner Sozialforschung, widerlegt die langläufige These, wonach immer weniger Leute Ski fahren. Der Slogan „Alles fährt Ski“, hat weitgehend immer noch seine Gültigkeit. Skifahren ist in der Schweizer Bevölkerung nach wie vor sehr populär und gehört zu den fünf beliebtesten Sportarten von Herr und Frau Schweizer. Ein Viertel der Schweizer Wohnbevölkerung fährt Ski. Dieser Anteil hat in den letzten 10 Jahren nicht etwa ab-, sondern zugenommen. Und auch für Nachwuchs ist gesorgt: Zwei Drittel aller 10 bis 14-jährigen Kinder können nach wie vor Skifahren. Das Unfallrisiko im Skifahren liegt zudem tiefer, als häufig angenommen. Skifahren ist weniger gefährlich, als die meisten Team- und Ballsportarten. Es kann durchaus zutreffen, dass in den Alpenländern ähnliche Enwicklungstendenzen feststellbar sind.
Gestaltung kann ein Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg sein Köbi Gantenbein, Chefredaktor der Architekturzeitschrift Hochparterre, stellt ins Zentrum seiner Ausführungen, dass Gestaltung durchaus ein Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg sein kann. Er dokumentierte, dass aus der Schweiz zwei Beiträge in die Architektur- und Designgeschichte der Welt Aufnahme gefunden haben: Das Chalet und die Eroberung der Berge mit Seil- und Eisenbahnen. Gantenbein bohrt in der Geschichte des Tourismus, der Seilbahnen und ihrer Architektur und führt vor Augen, welches Erlebnis es war, seinerzeit in einer Kutsche am Seil bergwärts zu schweben. Und wie einträglich dies für Touristiker, Bahningenieure und Bodenbesitzer war. Weiter bewies der Redner, wie in jüngerer Zeit Touristiker aus Lust an Baukultur und mit Blick aufs Geschäft die Architektur der Seilbahn und der Landschaft wieder entdeckt haben.
Wintersportanalyse in Europa Mag. Klaus Grabler, Manova GmbH, geht mit seiner Wintersportanalyse der Frage nach, inwieweit Skifahren out ist, ob es immer weniger Skifahrer gibt und die Jugend - also der Nachwuchs – tatsächlich ausbleibt. Anhand der neuesten Zahlen geht der Referent dem möglichen Potential und den Wachstumschancen nach. Welche Märkte sind dabei vielversprechend? Es wird weiter auch der wesentlichen Frage nachgegangen, was tatsächlich für die Kaufentscheidung eines Skigebietes wichtig ist und welche Zielgruppen sich ausmachen lassen. Schliesslich wird aufgezeigt, wie solche Informationen in die Strategie eines Seilbahn-Unternehmens einfliessen.
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