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Seilbahnen vor Strukturveränderungen

Bern, 12. Oktober 2000. Die Seilbahnunternehmungen haben sich an der 30. Generalversammlung in Innsbruck mit der Zukunft der Branche auseinandergesetzt. Die wirtschaftlichen Bedingungen, die hohen Investitionen sowie die veränderten Gästebedürfnisse führen bei vielen Unternehmen zu betriebswirtschaftlich ungenügenden Ergebnissen. Als Massnahme stehen Innovationen, Kooperationen, Zusammenschlüsse oder gar die Bildung von Holdings zur Diskussion. Weitere wichtige Themen sind die Revision der Seilbahnverordnung und das neue Seilbahngesetz. Erfreulich präsentiert sich die Sommerbilanz 2000: Die Schweizer Seilbahnen steigerten ihre Umsätze um durchschnittlich 9,80%.

Seilbahnen haben Zukunft
Die Schweizer Seilbahnen bieten für ihre Gäste immer perfektere und komplettere Angebote an. Auch die Ansprüche der Konsumenten steigen von Jahr zu Jahr. Sie möchten einen multioptionalen Berg mit Halfpipes, Carvingpisten, schnellen und modernen Bahnen sowie einer hochwertigen Gastronomie antreffen. Das führt zu hohen Investitionen in den Bereichen Anlagen, Pisten und Service. Diese Investitionen und die seit Jahren stagnierenden Besucherzahlen sowie gleichbleibenden Abopreise führten bei einigen Bergbahnunternehmungen zu einer Verschärfung der Finanzlage. Es wird auch immer schwieriger, neues Kapital für Investitionen zu beschaffen. Peter Feuz, Präsident der Seilbahnen Schweiz (SBS), plädierte in seinem GV-Referat in Innsbruck für Strukturveränderungen. "Kreditgeber und Investoren verlangen mehr und mehr grosse Geschäftseinheiten", stellte Feuz fest. Für ihn machen Kooperationen oder gar Fusionen in allen Bereichen Sinn. Denkbar seien auch Marketingkooperationen bis überregionale Zusammenschlüsse. Aus finanzpolitischer Sicht erachtet Feuz Fusionen mit Kapitalverflechtung als anstrebenswert. Keine Berührungsängste hat Feuz vor ausländischen Investoren. Die beste Lösung für eine Kapitalbeschaffung sei nach wie vor, aus Kundenkreisen generiertes Aktienkapital. Der SBS-Präsident warnte vor blosser Defizitdeckung durch die öffentliche Hand. Die Branche müsse andere Wege finden. Eine Lösung stelle das Bündner Modell dar. Dieses sieht vor, den Bau von Beschneiungsanlagen und Verbindungsbahnen zwischen bestehenden Gebieten mit kantonalen Leistungen zu unterstützen, welche gleichwertige Investitionshilfe-Darlehen des Bundes auslösen würden.

Neues Seilbahngesetz
Wichtige Veränderungen zeichnen sich auch auf politischem Gebiet ab. Markante Auswirkungen auf die Branche haben die Revision der Seilbahnverordnung und die Schaffung eines neuen Seilbahngesetzes. Bei der Verordnung sind die Vorstellungen der Seilbahnen Schweiz und die des Bundesamtes für Verkehr (BAV) noch nicht auf einem Nenner. Die Seilbahnen Schweiz wehren sich gegen die unlimitierte Verpflichtung, aussenstehender Prüfingenieure beizuziehen. Davon betroffen sind nebst Neubauten auch Umbauten von bewährten und bestehenden Anlagen. Das hätte neue, teurere und zeitaufwendigere Verfahren zur Folge, welche sich nebst der finanziellen Zusatzbelastung auch negativ auf die knappe Bauzeit im Gebirge auswirken würden.

Die Erfahrungen mit der Revision der Seilbahnverordnung würden zeigen, wie wichtig die Mitarbeit der Seilbahnbranche am neuen Seilbahngesetz sei, so SBS-Direktor Peter Vollmer. Die Bahnen streben diesbezüglich folgende Eckpunkte an: Zusammenführen der Verfahren, Harmonisierung mit den europäischen Normen, klare Abgrenzung zwischen einem einheitlichen Bundesverfahren und kantonalen Zuständigkeiten, Konzentration der Seilbahnvorschriften in einem Erlass sowie Verankerung der Grundsätze bezüglich der touristischen und volkswirtschaftlichen Bedeutung der Seilbahnen.

Vollmer wies zudem auf weitere Bereiche der Bundespolitik hin, die direkt oder indirekt die Bedingungen der Seilbahnbranche beeinflussen. Beispielsweise könnte sich das vom Bund lancierte Projekt "Institut für technische Sicherheit (IST)" wesentlich auf die Verfahren und Verantwortlichkeiten der Bahnen auswirken. Auch der Entwurf des Behindertengesetzes sei für touristische Bahnen mit einigen Problemen behaftet. "Es ist uns aber gelungen, während der Vernehmlassung Lösungswege aufzuzeigen, die sowohl den Anliegen der Unternehmen als auch die der Behinderten gerecht werden", sagte Vollmer.

SBS fördert Prävention
Im letzten Jahr setzte der Verband Seilbahnen Schweiz Schwerpunkte auf Prävention und Marketingkooperationen. Auf den Schweizer Pisten verunfallen jährlich gegen 65 000 Wintersportler. Ursachen der Unfälle sind nicht etwa schlechte Pistenpräparationen oder Markierungen, sondern nachgewiesen die fehlende Eigenverantwortung der Pistenbenützer. Leider haben auch Unfälle infolge des Variantenskifahrens gegenüber dem Vorjahr zugenommen (+ 47%, total 127 Unfälle). Diese Zahlen zeigen, wie wichtig die Prävention ist. Gemäss SBS-Vizedirektor Peter Müller sind diesbezüglich diverse Massnahmen wie das total überarbeitete Anerkennungsverfahren der Pisten- und Rettungsdienste, die verstärkte Umsetzung des Qualitätsgütesiegels für den Schweizer Tourismus, einen Workshop zum Variantenfahren und eine einheitliche Branchenlösung "Sicherheit am Arbeitsplatz" eingeleitet worden.

Der SBS hat mit diversen branchenfremden Unternehmen Marketingkooperationen aufgegleist. Eine grosse Kampagne wird Anfang Winter mit dem Getränkehersteller Coca Cola ( Wettbewerb) lanciert. Ebenso läuft eine Kooperation mit dem Silva-Verlag und eine Beteiligung an den Swiss Snow Camps (Förderung von Schulskilagern).

Sommersaison mit markantem Umsatzplus
Der Sommer 2000 ging für die Seilbahnen mit Sommerbetrieb positiv zu Ende. Die meisten Unternehmungen erzielten beim Bahnbetrieb im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von durchschnittliches 9,80%, was einem Gesamtumsatz von 146,6 Mio. Franken entspricht. Auch die Bergrestaurants schlossen diese Sommersaison mit einem Plus von 15,40% ab. Die SBS-Umfrage zeigt, dass einzig der verregnete Monat Juli negativ zu Buche schlug. Während der anderen Sommermonate konnten die meisten der befragten Seilbahnen ihre Umsätze steigern. Die Seilbahnen erwirtschaften im Sommer gegen 16% ihres Jahresumsatzes. Diverse Innovationen wie Rodelbahnen, Erlebnispfade, Events oder Gastronomieangebote helfen der Branche, den Sommer stärker zu positionieren.


Weitere Informationen:

GV 2008  

Generalversammlung 2008 in Pontresina

Swiss Mountain Award  



Der Swiss Mountain Award geht 2008 in die 3. Runde.
Anmeldung SMA 2008

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Freie Lehrstellen 2008
 
Seilbahnen Schweiz SBS Dählhölzliweg 12 CH-3000 Bern 6 Tel 031 359 23 33 info@seilbahnen.org
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