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Saisonverlauf – Schweizweit kein Einbruch trotz schwierigen Rahmenbedingungen

Die Wintersaison 2010/11 lässt sich als Saison mit weit unterdurchschnittlichem Schneefall, langen Schönwetterperioden und Rekordfrequenzen um Neujahr charakterisieren. Gemäss den provisorischen Ergebnissen des stichprobenartigen Monitors von Seilbahnen Schweiz (SBS) hat sich die Schweizer Seilbahnbranche in der abgelaufenen Wintersaison in Anbetracht der sehr schwierigen Rahmenbedingungen gut gehalten. Der Verkehrsumsatz ging gegenüber der Vorjahresperiode um 3.2 Prozent zurück. Damit liegt der geschätzte Branchenumsatz bei 801.3 Mio. CHF, was auf dem Niveau des guten Fünf-Jahresdurchschnitts liegt. Die Zahl der Skierdays (Anzahl Besucher) blieb 4.7 Prozent (26.0 Mio. Skierdays) unter dem Vorjahr.

Angesichts der ungünstigen Schnee- und Wechselkursbedingungen kann und muss die Seilbahnbranche insgesamt zufrieden sein. Die Abwendung eines grösseren Einbruchs ist der gestiegenen Qualität der Schweizer Skiresorts und den grossen Investitionen in die technische Beschneiung zu verdanken. In den Jahren 2008 und 2009 wurden insgesamt rund 160 Mio. CHF in den Ausbau der technischen Beschneiungsanlagen investiert.

Die Saison verlief jedoch keinesfalls in allen Schweizer Regionen gleich. Während Gebiete mit hochalpinen Bahnen sich grösstenteils gut behauptet haben, mussten einzelne Bahnen und Gebiete zum Teil grössere Einbussen hinnehmen. Vor allem das Tessin sowie die Freiburger und Waadtländer Alpen blieben nicht von deutlichen Besucherrückgängen verschont. Auf der erfreulichen Seite liegen mehrere Bahnen, welche sogar den guten Vorjahreswinter übertroffen haben. Insbesondere in der Zentralschweiz verlief der Winter vielerorts erfreulich mit insgesamt mehr Besuchern als im Vorjahr.

Schwierige Ausgangslage
Dass die Wintersaison nicht leicht werden würde, war schon vor dem Startschuss klar. Die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren und sind nicht optimal für die Tourismusbranche. Zwar hat sich das Konsumklima im Inland seit der grossen Rezession stetig verbessert, jedoch drückt der stark aufgewertete Franken auf die Nachfrage. So waren im Sommer die Preisverhandlungen für den Winter mit den ausländischen Tour-Operators zäh. Der prognostizierte Rückgang der ausländischen Übernachtungsgäste hat sich denn auch bestätigt. Insbesondere aus dem Euroraum kamen deutlich weniger Gäste und führten vor allem in den grossen Tourismuskantonen Wallis, Bern und Graubünden zu einem deutlichen Rückgang. Beispielsweise lagen die ausländischen Übernachtungen aus Deutschland im Kanton Graubünden in der ganzen Wintersaison 2010/11 12.7 Pozent unter der gleichen Vorjahresperiode. Die grossen Hoffnungen für die Bergbahnbranche lagen somit von Anfang an bei der zweiten grossen Nachfragekomponente − dem Tagestourismus. Dem wettersensitiven Tagestourismus war es schon in den letzten beiden Jahren zu verdanken, dass trotz Rückgängen bei den Übernachtungsgästen die Bilanz der Bergbahnunternehmen positiv ausfiel.

Dank professioneller Pistenarbeit
Der Saisonstart verlief äusserst erfolgreich. Schneesicherheit mit winterlichen Verhältnissen bis ins Flachland und gute Wetterbedingungen ab der Weihnachtszeit führten in fast allen Schweizer Regionen zu höheren Einnahmen und Besucherzahlen (Skierdays) als in der gleichen Vorjahresperiode. Gemäss dem Monitor verlief der Saisonstart speziell in der Zentralschweiz, der Ostschweiz und in den Freiburger Alpen – insgesamt in Gebieten mit traditionell vielen Tagesgästen − stark überdurchschnittlich. Vor allem dank den grossen Investitionen in die technische Beschneiung konnten viele Bahnen frühzeitig den Besuchern ihre Pisten öffnen. Als dann auch noch das Wetter mitspielte, strömten die Besucher in der Altjahrswoche in Scharen in die Schweizer Skigebiete. Nicht wenige Bahnen vermeldeten in der Alt- und Neujahrswoche absolute Rekordfrequenzen. In den übernachtungstypischen Feriengebieten schmälerten der Wechselkurs und die zum Teil prekären Wetterverhältnisse in Resteuropa das Ergebnis ein wenig.

Im Januar verlor die Dynamik infolge ausbleibenden Neuschnees ein wenig an Fahrt. Den hervorragenden Pistenpräparationen vor Ort war es aber zu verdanken, dass die Besucherzahlen dennoch zufriedenstellend waren. Im Verlaufe des Neujahrmonats machte sich in den tiefer liegenden Gebieten aber bereits der ausbleibende Neuschnee bemerkbar. Dass die Nachfrage nach dem Pistenvergnügen aber vorhanden war, zeigten die Umsatz- und Besucherzahlen in Graubünden und dem Berner Oberland, wo die Zahlen über dem Vorjahr oder zumindest über dem Fünfjahres-Durchschnitt lagen.

Vielerorts zufriedenstellende Sportferien
Der Februar und der März müssen heuer gemeinsam betrachtet werden, da die Sportferien 2011 vielerorts erst im März stattfanden. Dementsprechend lagen die Umsätze im Februar unter dem Vorjahr, dafür im März wiederum über dem Vorjahresmonat. Das deutliche Minus im Februar war allerdings nicht nur kalendarisch bedingt. Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) meldete am Alpennordhang, im Wallis und in Nordbünden eine Schneedecke, welche Mitte Februar zuletzt vor 60 Jahren so gering war. Durch die technische Beschneiung waren die Verhältnisse aber in den meisten Gebieten immer noch sehr gut; auch wenn viele Medienbilder von Talabfahrten inmitten grüner Wiesen etwas Anderes suggerierten. Die gleichzeitig bereits leicht aufkommenden Frühlingsgefühle im Unterland verstärkten wohl den psychologischen Effekt in der Bevölkerung, was leider einige vom Skifahren abzuhalten schien. Der März generierte mit Ausnahme vom Tessin in sämtlichen Regionen eine höhere Besucherzahl als im Vorjahr. Insbesondere in der Zentralschweiz konnte man mit den Sportferien zufrieden sein.

Späte Ostern in Kombination mit sommerlichem Wetter drückten auf die Bilanz
Der späte Ostertermin zusammen mit dem fehlenden Schnee drückte die Bilanz nochmals nach unten. Der kumulierte Umsatz für die ganze Wintersaison zeigt für die gesamte Schweiz sowie für viele Regionen ein respektables Ergebnis. An die schwierigen Rahmenbedingungen sei hier erinnert.

Mögliche Aufholeffekte als Hoffnung für die nächste Wintersaison bei vorteilhafteren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen
Die Saison 2010/11 hat gezeigt, dass sich Angebot und Qualität der Schweizer Seilbahnbranche kontinuierlich verbessert haben. Bei einem ungenügenden Angebot hätten sich die bei weitem nicht optimalen Bedingungen viel stärker auf den Umsatz und die Besucherzahl ausgewirkt. Die investierten Franken in den Ausbau der Beschneiungsanlagen machen sich nun bezahlt und verdeutlichen, dass hier auch in den nächsten Jahren − zumindest punktuell − weiter investiert werden muss. Denn eines zeigen die Rekordfrequenzen in der Altjahreswoche genau: Wenn die von unseren Bahnen unbeeinflussbaren äusseren Bedingungen stimmen, dann liegt der Pistensport in den Schweizer Bergen im Trend. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Wechselkurssituation für die nächste Wintersaison entspannt. Damit könnte man von Aufholeffekten bei den internationalen Übernachtungsgästen – einem stark wachsenden Markt − profitiert werden. Immer wieder zeigen Studien, dass der Bekanntheitsgrad und die Marke der Schweizer Top-Skigebiete international keinen Vergleich scheuen müssen.


Für Rückfragen:
Roman Weissen, Kommunikation SBS, 031 359 23 14
Raphael Schönbächler, Wirtschaft/Statistik/Tourismus SBS, 031 359 23 27


Download


Medienmitteilung

MM_Wintersaison_2010_11_d.pdf (97.5 kB)


Monitor Wintersaison 2010/11

Monitoring_Wintersaison_2010_11.pdf (64.4 kB)

 
Seilbahnen Schweiz SBS Dählhölzliweg 12 CH-3000 Bern 6 Tel 031 359 23 33 info@seilbahnen.org
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