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Sicherheit

Seilbahnen und Skilifte: Mit Abstand das sicherste Verkehrsmittel

Genau wie beim Fliegen empfinden viele Menschen auch beim Seilbahnfahren eine gewisse Angst. Das ist verständlich, denn der Mensch ist ein Wesen, das sich nur dann ganz sicher fühlt, wenn es festen Boden unter den Füssen spürt. Leider ereignen sich auch bei Seilbahnen und Skiliften immer wieder Unfälle. In den Medien kommen solche Ereignisse jeweils sehr ausführlich zur Sprache, wie etwa das Unglück auf der Riederalp vom Dezember 1996 zeigte. Dabei wird ganz zu Recht die Frage aufgeworfen, wie es denn um die Sicherheit der Seilbahnen steht.


Statistik ergibt klares Bild
Ein Blick auf die Statistik zeigt folgende Zahlen: Von 1990 bis 1994 kamen in der Schweiz bei Seilbahnunfällen neun Menschen ums Leben, 76 Menschen wurden verletzt. Bei Skiliftunfällen kamen im selben Zeitraum 4 Menschen ums Leben, 108 wurden verletzt. Während dieser fünf Jahre wurden rund 1,7 Milliarden Fahrgäste befördert. Pro Milliarde Fahrgäste ist bei den Seilbahnen mit 12, bei den Skiliften mit 6 Unfalltoten zu rechnen. Trotz eines weiteren Leistungsausbaus bei den Beförderungsanlagen hat die absolute Zahl schwerer Unfälle bei Seilbahnen und Skiliften in den vergangenen Jahren weiter abgenommen.

Ein Vergleich mit anderen Verkehrsträgern verdeutlicht, dass Seilbahnen und Skilifte mit Abstand das sicherste Transportmittel sind. Bezogen auf die Fahrgastzahlen ist hier das Risiko, tödlich zu verunfallen, rund zehnmal kleiner als im Auto oder Zug und gar mehr als fünfzig Mal kleiner als im Flugzeug. Das Risiko, sich in Seilbahnen und auf Skiliften zu verletzen, ist drei- bis viermal geringer als im Tram, Bus oder Zug und gar fünfzig Mal geringer als im Auto.

Der Vergleich zeigt: Bei Seilbahnen und Skiliften handelt es sich um das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Unfälle passieren äusserst selten. Wenn sich trotzdem einmal etwas ereignet, ist menschliches Versagen die häufigste Ursache. Ein Misstritt beim Aussteigen oder das unachtsame Abbügeln beim Skilift kann Verletzungen zur Folge haben. Technisches Versagen als Unfallursache ist hingegen äusserst selten.

Strenge Kontrollen
Schon beim Bau der Anlagen müssen verschiedene Standards erfüllt werden, damit überhaupt eine Konzession erteilt wird. Um das Sicherheitsrisiko möglichst gering zu halten, werden die Seilbahnen auch nach der Inbetriebnahme laufend überprüft und an den neusten technischen Stand angepasst. Die Seilbahnunternehmungen selber schenken der Ausbildung des Personals und der Instandhaltung der Anlagen höchste Aufmerksamkeit. Der eidgenössisch diplomierte Seilbahnfachmann ist für das reibungslose Funktionieren der einzelnen Anlagen einer Seilbahnunternehmung verantwortlich. Die Bahnen werden systematisch innerhalb bestimmter Zeitabschnitte geprüft: Täglich wird vor der ersten Fahrt mit Gästen eine Dienstfahrt durchgeführt; der Hilfsantrieb unterliegt einer wöchentlichen, die Betriebs- und Sicherheitsbremsen einer monatlichen, die Zug- und Tragseile einer halbjährlichen Prüfung. Jährlich wird auf jeder Seilbahnanlage eine Bergungsübung durchgeführt. Alle zwei Jahre werden die Zugseilbefestigungen an den Laufwerken geprüft.

In den Verordnungen des Bundesamtes für Verkehr (BAV) ist detailliert aufgelistet, welche Teile auf welche Weise kontrolliert und in welchen Intervallen sie einer Revision unterzogen werden müssen. Die Sicherheitsnormen gelten im internationalen Vergleich als sehr streng. Das BAV überwacht laufend die Sicherheit der über 600 eidgenössisch konzessionierten Anlagen und führt periodisch Inspektionen durch. Die Kontrollstelle des Interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte (IKSS) ist in gleicher Funktion für die Skilifte und die rund 200 kantonal konzessionierten Kleinluftseilbahnen zuständig. Auch hier erfolgen regelmässig Inspektionen.

Mehrfache Sicherheit
Besonderer Aufmerksamkeit unterliegen die Seile, die gleichsam das Herzstück der Sicherheit bilden. Diese werden periodisch mit der sogenannten magnetinduktiven Methode auf mögliche kleine Risse untersucht und im Verdachtsfall geröntgt.

Für erhöhte Sicherheit sorgt auch die Technik selber mit integrierten Systemen, die im Falle einer Panne selbsttätig reagieren. Beispiel Steuerung: Das eingebaute Sicherheitssystem schaltet bei einem Defekt, etwa wenn sich das Seil ins Gummi-Rollenfutter fressen würde, automatisch ab. Auch die Bremssysteme sind ausgeklügelt: Pendelbahnen sind mit drei voneinander unabhängigen Bremssystemen ausgestattet. Einerseits lässt sich eine Bahn über den Antriebsmotor elektrisch stoppen. Andererseits wirken zwei hydraulische Systeme - eine Betriebs- sowie eine Sicherheitsbremse - direkt auf das Antriebsrad des Förderseils ein. Ein drittes Bremssystem ist die sogenannte Fangbremse, eine am Laufwerk der Kabine befestigte Zange, die direkt auf das Tragseil klemmt.

Steuerung und Antrieb werden jährlich kontrolliert genauso wie das Fahrwerk, das regelmässig komplett zerlegt und gereinigt wird. Speziell geprüft werden auch alle tragenden Teile einer Anlage.

Das Sicherheitsmanagement bei Seilbahnen und Skiliften umfasst auch detaillierte Bergungs- und Rettungspläne für den Fall, dass trotz aller Vorsicht einmal eine Seilbahn steckenbleiben sollte. Bei geringsten Sicherheitsmängeln droht den Bahnen zudem der Konzessionsentzug.

Übrigens: Dass die Seilbahnen heute eines der sichersten Verkehrsmittel sind, verdanken sie unter anderem den Erkenntnissen, die in vierzig Jahren Forschung an der ETH Zürich gemacht worden sind. Der Lehrstuhl für Seilbahntechnik wird nun im kommenden Jahr aufgehoben. Man mag dies zwar bedauern, aber es ist dies auch als Zeichen zu deuten, dass die Sicherheit einen derart hohen Standard erreicht hat, dass der Bedarf nach weiterer Forschung im Moment nicht als dringlich eingestuft wird.

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