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Schnuppertag für Mitarbeitende bei den Zermatt Bergbahnen

Um 7:30 geht es mit dem Matterhorn Express hoch nach Furi, wo ich von unserem Technischen Leiter Reinhard Lauber und seinem Stellvertreter Mario Aufdenblatten herzlich begrüsst und mit einem blauen Overall ausgestattet werde. Schon gleich darf ich beobachten, wie die zweite Sektion des kuppelbaren Matterhorn Express an die erste angehängt wird: Ein paar zusätzliche Bodenschienen werden verlegt, die Kabinen werden etwas zurückgeschoben und die Weichen neu gestellt. Man sieht gleich, dass jeder vom Team weiss, was er zu tun hat und schon können die Kabinen bis nach Schwarzsee und Trockener Steg fahren. Ich steige in die Gondel ein und fahre zu meinem heutigen Arbeitsplatz nach Trockener Steg. Es ist schön, durch die morgendliche Bergwelt zu fahren, und ich geniesse meinen etwas anderen Arbeitsweg in vollen Zügen.
 
Auf Trockener Steg angekommen erwartet mich Markus Schwizer, der stellvertretende Technische Leiter im Gletschergebiet. Heute sei ein etwas anderer Tag, meint er und erklärt mir, dass in der Nacht ein Blitz in die Pendelbahn Trockener Steg – Klein Matterhorn eingeschlagen habe und diese im Moment lahm liege. Das Problem sei sicherlich elektrischer Natur, erklärt er mir währenddem ich im Kommandoraum all die leuchtenden Knöpfe und Schaltkreise betrachte. Weiter geht’s mit Klaus, einem unserer Maschinisten, der mir während des Vormittags den typischen Arbeitsablauf und die täglichen Kontrollen zeigt. Dabei erklärt er mir das Funktionieren einer Pendelbahn und deren Bremsen, zeigt mir wie der Diesel von Zermatt zum Matterhorn glacier paradise auf 3883 m.ü.M. befördert und Material für die 3S Baustelle mit der Bahn transportiert wird. Ich lerne enorm viel und begreife, was für logistische Meisterleistungen hier vollbracht werden. In der Zwischenzeit wurde der elektrische Schaden der Klein Matterhornbahn behoben und schon gleich begibt sich Maschinist Adriano auf die Rollen der Kabine und lässt sich bis zur Stütze 3 «chauffieren». Ganz klar braucht man für diesen Job viel Mut, den ich durch meine Höhenangst bestimmt nicht aufbringen könnte. In meinem Beruf braucht man auch manchmal starke Nerven, aber ich muss dafür nicht in schwindelerregender Höhe auf einem Masten balancieren.
 
Nach der Mittagspause geht mein Tag mit Markus Schwizer in die zweite Runde. Wir fahren erst mit einem Traktor zum Gletscherrand, dann mit dem Pistenbully weiter zu den Stützen des Furggsattellifts. Markus erklärt uns, wie sehr sich der Gletscher in diesem sehr warmen Sommer nicht nur zurückgezogen, sondern auch in der Höhe abgenommen hat. Die Tatsache, dass die Stützen des Furggsattellifts auf eben diesem Gletscher stehen, bringt viele Herausforderungen mit sich. So muss gesorgt werden, dass die Stützen nicht zu sehr herabsinken, da dies die Gewichtsverteilung verändern würde. Hierfür schiebt Fabio mit dem Pistenbully immer wieder Schnee an die Füsse des Mastens, um das Abschmelzen des darunter liegenden Eises zu bremsen. Andererseits müssen die Masten durch die Bewegungen und das Abschmelzen des Gletschers neu ausgerichtet werden. Eine wahre Sisyphusarbeit, die Jahr für Jahr wiederholt werden muss und die ohne enormes Knowhow nicht bewerkstelligt werden könnte. Wir schauen uns noch bei der Bergstation um, müssen aber schon gleich wieder runter nach Trockener Steg, denn ein Gewitter zieht auf und es beginnt zu Blitzen und zu Hageln. Ich bekomme die Kraft der Natur hier oben auf dem Gletscher zu sehen und bin schlussendlich gleichzeitig froh, dass ich bald wieder in die Wärme darf - aber auch etwas betrübt, dass dieser tolle und interessante Tag bereits vorbei ist.
 
Valérie Perren, Communication und Medien Managerin, Zermatt Bergbahnen AG