
Ein Jahr nach Ablauf der -Anpassungsfrist des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) hat die reaktivierte Arbeitsgruppe die Wegleitung, Checklisten und Prozess überprüft und überarbeitet. Diese Unterlagen schaffen mehr Klarheit und Planungssicherheit für Seilbahnunternehmen.
Ein Jahr nach Ablauf der BehiG-Anpassungsfrist zieht die Seilbahnbranche Bilanz. Um die Erfahrungen aus der bisherigen Umsetzung auszuwerten, hat Seilbahnen Schweiz (SBS) die Arbeitsgruppe «BehiG» reaktiviert. Ihr Auftrag: Unklarheiten aus der Praxis aufgreifen und die bestehenden Grundlagen für Seilbahnunternehmen, Planer:innen und Behörden verbessern.
Fünf Ziele standen im Zentrum der Arbeit: mehr Planungssicherheit, eine klare Rollenverteilung zwischen den Beteiligten, ein möglichst kleiner Interpretationsspielraum, ein verständlicher Prozess sowie eine nachvollziehbare Verhältnismässigkeitsbeurteilung. Die Dokumente liegen nun vor und stehen den Mitgliedern von SBS zur Verfügung (siehe Downloads).
Rollen und Zusammenarbeit klar geregelt
Ein zentrales Ergebnis ist eine neue Rollenklärung. Sie hält fest, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten Seilbahnunternehmen, Planungsbüros und Vollzugsbehörden tragen. Damit sind Zuständigkeiten von Projektbeginn an strukturiert und Missverständnisse werden reduziert.
Überarbeitete Wegleitung und neue Checklisten
Die Wegleitung zur Umsetzung des BehiG wurde komplett neu aufgesetzt. Bisher war sie primär auf bestehende Anlagen ausgerichtet, neu liegt der Fokus auf Um- und Neubauprojekten. Sie erklärt die gesetzlichen Anforderungen praxisnah und mit konkreten Beispielen aus dem Seilbahnalltag. Ergänzt wird sie durch überarbeitete Checklisten, in denen neu die massgebenden Schutzziele je Anlagenteil (etwa Tal- und Bergstationen, Zugänge oder Fahrbetriebsmittel) übersichtlich aufgeführt sind. Diese Kombination schafft eine einheitlichere Grundlage für die Umsetzung und reduziert den Interpretationsspielraum deutlich.

Prozess vereinfacht und in zwei Teile gegliedert
Auch der BehiG-Prozess selbst wurde überarbeitet: Die frühere Darstellung mit ihren zahlreichen Verzweigungen und Rückkoppelungsschlaufen wich einer einfacheren, aufs Wesentliche gekürzten Version, neu aufgeteilt in zwei Übersichten. Die erste Übersicht zeigt den BehiG-Prozess bei Neu- und Umbauprojekten. Sie führt von der Prüfung der autonomen Nutzbarkeit über mögliche Ersatzlösungen und die Prüfung der Verhältnismässigkeit bis zur Umsetzung und Betriebsbewilligung. Die zweite stellt das ordentliche dem vereinfachten Plangenehmigungsverfahren (PGV) gegenüber und zeigt, wann eine öffentliche Auflage nötig ist, wie Inclusion Handicap eingebunden wird und welche Beschwerdemöglichkeiten beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer) bestehen. Das macht den Ablauf für Projektverantwortliche deutlich übersichtlicher als bisher.
Verhältnismässigkeit nachvollziehbar erläutert
Die Arbeitsgruppe hat zudem das BehiG-Konzept und dessen Anwendung ausführlicher erläutert. Im Zentrum steht die Frage, wann Massnahmen zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen als verhältnismässig gelten, etwa im Verhältnis zu Kosten, betrieblichen Gegebenheiten oder dem Nutzen für Betroffene. Die neuen Unterlagen zeigen anhand von Kriterien und Beispielen auf, wie diese Abwägung nachvollziehbar dokumentiert werden kann.
Nutzen für die Branche
Mit den überarbeiteten Dokumenten steht den Mitgliedern von SBS ein praxistauglicher Werkzeugkasten zur Verfügung: klar geregelte Rollen, eine verständliche Wegleitung, griffige Checklisten sowie ein übersichtlicher Prozess. Insgesamt sorgen die Unterlagen für mehr Klarheit und Verlässlichkeit bei der Planung und Umsetzung von Projekten. Die Branche zeigt damit, dass sie das Thema Gleichstellung ernst nimmt und praxisnahe Lösungen bereitstellt.
Downloads
Wegleitung: Umsetzung Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) bei Seilbahnen v2.0
Anhang 1: Rollenklärung v1.0
Anhang 2: BehiG-Prozess «Auslöser und Vorgehen» v2.0
Anhang 3: BehiG-Prozess «Vereinfachtes versus ordentliches Plangenehmigungsverfahren (PGV)» v2.0
Anhang 4: BAV-Checkliste BehiG-Anforderungen
Anhang 5: Beförderung von Rollstuhlfahrenden in Luftseilbahnkabinen: Erläuternde Grundlagen zu BehiG-Checklisten v2.0
Guida: Attuazione della legge sui disabili LDis nel settore degli impianti a fune v2.0
Allegato 1: Definizione dei ruoli v1.0
Allegato 2: Processo LDis «Attivazione e procedura» v2.0
Allegato 3: Processo LDis «Procedura semplificata contro procedura ordinaria di approvazione dei piani (PAP)» v2.0
Allegato 4: Lista di controllo dell’UFT relativa ai requisiti LDis
Allegato 5: Trasporto di persone in sedia a rotelle nelle cabine delle funivie: spiegazioni alle liste di controllo Ldis v2.0


