
Die tragischen Ereignisse in Crans-Montana haben die Seilbahnbranche tief erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen, ihren Angehörigen sowie bei allen Einsatzkräften.
Aus Respekt, Anteilnahme und Solidarität verzichten wir bewusst auf eine aktive Kommunikation des Saisonmonitorings zum Saisonstart. Dennoch läuft der Betrieb der Seilbahnen und die Wintersaison 2025/2026 weiter. Ein laufender Betrieb gehört zur Verantwortung gegenüber Gästen, Mitarbeitenden und Regionen, die auf einen funktionierenden Tourismus angewiesen sind.
Diese Information wird ausschliesslich auf unserer Webseite publiziert, ohne begleitende Medienarbeit oder Kommunikation über weitere Kanäle.
Die Schweizer Seilbahnen sind gut in den Winter 2025/26 gestartet. Gegenüber dem ausserordentlich guten Saisonbeginn 2024/25 liegt die Gästezahl zum Saisonstart 2025/26 zwar um 5 % tiefer, im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt sind die Gästezahlen 23 % höher. Die milde Wetterlage ab Anfang Dezember liess einen grossen Teil der ergiebigen Schneefälle von Ende November – insbesondere in tieferen Lagen – wieder abschmelzen. Skigebiete in tieferen Regionen hatten demnach einen schwierigen Start, oder sie konnten den Betrieb nicht mehr aufnehmen. Im Gegensatz dazu konnten Skigebiete in höheren Lagen dank früher Schneefälle und dem Einsatz technischer Beschneiung ein attraktives Angebot sicherstellen. Seilbahnen Schweiz unterstreicht die zentrale Bedeutung der technischen Beschneiung für den Wintertourismus in den Bergen. Allein im vergangenen Jahr investierten die Bergbahnen über 55 Mio. CHF in die Erneuerung und den Ausbau der technischen Beschneiung.
Für das Saison-Monitoring wertet der Branchenverband Seilbahnen Schweiz (SBS) die Gästeanzahl (Ersteintritte) von über 120 Mitgliedern aus der ganzen Schweiz aus. Die nun vorliegenden Zahlen erlauben eine Analyse zum Start der Wintersaison bis zum 31. Dezember 2025.
Ende November fiel ergiebig Schnee bis in tiefe Lagen, was zu einem grossen Buchungsschub und frühen Saisonstart führte. Gleichzeitig konnten dank einer Kälteperiode viele Pisten technisch beschneit werden, so dass trotz Trockenheit, Wind und milden Temperaturen anfangs Dezember der Skibetrieb in höheren Lagen planungsgemäss aufgenommen werden konnte. Viel schwieriger präsentierte sich die Situation für Skilifte in tiefen Lagen ohne Beschneiung, die im Vorjahr noch von einem aussergewöhnlich guten Saisonstart profitiert hatten. In einzelnen Gebieten war aufgrund der Höhenlage kein oder nur eingeschränkter Skibetrieb möglich.
Der ausserordentlich erfolgreiche Start überall in der Schweiz des letzten Winters konnte jedoch nicht wiederholt werden. Trotz des wenigen Schnees über Weihnachten/Neujahr waren auf gesamtschweizerischer Ebene nur 5 % weniger Gäste auf den Seilbahnen unterwegs als bei Saisonstart 2024/25.
Regionale Unterschiede
Ein Blick in die Regionen zeigt, dass das Wallis und Graubünden einen besseren Saisonstart hatten als 2024/25, das Tessin stagniert und die übrigen Regionen starten mit schwächeren Gästefrequenzen. Die hoch gelegenen Regionen Wallis und Graubünden verzeichnen 8 % bzw. 6 % mehr Gäste als im Vorjahr, während die übrigen Regionen geringere Gästezahlen vermelden: das Tessin -1 %, das Berner Oberland -9 %, die Zentralschweiz -15 % und die Waadtländer und Freiburger Alpen -16 % sowie die Ostschweiz -28 % (vgl. Abb. 1).

Hoch gelegene und grosse Skigebiete mit Zuwächsen
Eine Analyse der Gästezahlen nach Höhenlage der Wintersportgebiete zeigt das erwartete Bild: Besonders schwierig gestaltete sich der Saisonstart für Gebiete unter 1’500 m ü. M., die im Schnitt 23 % weniger Gäste verzeichneten als zum aussergewöhnlich schneereichen Saisonstart 2024/25. Wintersportgebiete zwischen 1’500 und 2’000 m ü. M. registrierten einen Rückgang von 7 %, während Gebiete über 2’000 m ü. M. sogar mehr Gäste als im Vorjahr begrüssen konnten (vgl. Abb. 2).

Analysiert man die Veränderung der Gästezahlen an der Unternehmensgrösse (gemessen am Verkehrsertrag), so zeigt sich ein ähnliches Bild: Kleine Unternehmen, häufig in tiefen Lagen, verzeichnen einen deutlichen Rückgang der Gästezahlen, während grosse Unternehmen einen leichten Zuwachs von 5 % verzeichnen konnten (vgl. Abb. 3).

Skigebiete mit Tagesgästen im Rückstand
Es zeigt sich, dass das milde Wetter einen Einfluss auf das Gästeverhalten hatte: Unternehmen, die vorwiegend Tagesgäste empfangen, hatten im Schnitt 22 % weniger Gäste als im Vorjahr. Gebiete mit Übernachtungsgästen oder einem ausgeglichenen Gästemix verzeichneten im Schnitt 7 % mehr Gäste.
Vergleich mit dem 5-Jahresdurchschnitt
Das im Vergleich zum Vorjahr in vielen Regionen schwierige Bild verändert sich, wenn der aktuelle Winterstart einer längeren Zeitreihe gegenübergestellt wird. Im Vergleich mit dem 5-Jahresschnitt ist der Winter gelungen ist (darin enthalten ist ein Coronawinter). So konnte ein Zuwachs von 23 % bei den Ersteintritten gegenüber dem 5-Jahresschnitt verzeichnet werden. Die Zuwachsraten sind auch hier unterschiedlich hoch und liegen zwischen 1 % in der Ostschweiz und 31 % im Wallis (vgl. Abb. 4).

Unter den gegebenen Bedingungen spricht der Branchenverband von einem gelungenen Saisonstart. Es zeigt sich, dass dank der guten Temperaturen anfangs Dezember viel technischer Schnee produziert werden konnte. Der technische Schnee schafft die Grundlage für einen sicheren Betrieb und um ein attraktives Angebot für die Gäste bereitzustellen. «Die technische Beschneiung ist die Lebensversicherung fürs Wintergeschäft in der Schweiz, ohne zu verneinen, dass wir selbstverständlich auch auf den grossen Schnee warten. Als Branche bleiben wir zuversichtlich für den weiteren Saisonverlauf», sagt Berno Stoffel, Direktor Seilbahnen Schweiz.
Weitere Auskünfte
Berno Stoffel, Direktor Seilbahnen Schweiz +41 79 543 25 07
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