
Die Analyse ist abgeschlossen, die Richtung klar: Die Branche sieht bei der Ausbildung und den Rahmenbedingungen am meisten Handlungsbedarf. Unter der Leitung von Markus Hasler werden die Vorschläge im Projekt nun konkretisiert. Im Interview spricht er über den Handlungsbedarf, die Herausforderungen und die nächsten Schritte.
Im Oktober wurde am Forum Seilbahnen Schweiz ein Workshop zum Projekt «Zukunft Technische Leiter:innen» durchgeführt. Ergänzend informierte die Abteilung Technik von Seilbahnen Schweiz (SBS) an regionalen Veranstaltungen über die Ergebnisse der Analysephase.
Diese zeigte klar, in welchen Bereichen Anpassungsbedarf besteht, damit die Funktion der Technischen Leiter:innen auch künftig den Anforderungen gerecht wird. Eine klare Mehrheit unterstützt die vorgeschlagenen Stossrichtungen und sieht Handlungsbedarf bei Ausbildung und Rahmenbedingungen.
Die Branche freut sich, dass Markus Hasler, ehemaliger CEO der Zermatt Bergbahnen AG, die Projektleitung übernimmt Er bringt langjährige Erfahrung und fundiertes Fachwissen mit. Unterstützt wird er von Elias Zimmerli (SBS), der das Projekt von Beginn an begleitet.
Parallel wurde die Steuerungsgruppe erweitert und eine Kerngruppe für die Umsetzung gebildet. Viele Beteiligte waren bereits in der Analysephase aktiv und sichern damit die notwendige Kontinuität in diesem Projekt. Je nach Thema werden gezielt zusätzliche Expert:innen beigezogen.
Ein wichtiges Ergebnis vorweg: Der Abschluss zum/zur Seilbahnfachmann/-frau behält seine Gültigkeit, die Besitzstandswahrung ist gewährleistet.
Erste Resultate werden am Forum Seilbahnen Schweiz in Interlaken am 21. Oktober 2026 im Rahmen eines Workshops präsentiert.

Im Interview spricht Projektleiter Markus Hasler über die zentralen Herausforderungen, die nächsten Schritte in der Umsetzungsphase und darüber, weshalb nicht nur das Berufsbild, sondern auch die Unternehmungen gefordert sind.
SBS: Markus, du hast die Projektleitung der Umsetzungsphase übernommen. Was hat dich dazu bewogen, sofort zuzusagen?
Markus Hasler: Dieses Thema «brennt» schon einige Jahre. Unternehmungen haben Probleme bei der Suche von Technischen Leiter:innen aber auch, sie langfristig im Betrieb und Beruf zu halten. Das berufliche Umfeld hat sich in den letzten 10-20 Jahren stark verändert.
Welche zentralen Herausforderungen siehst du aktuell im Berufsbild der Technischen Leiter:innen?
Erfreulicherweise verfügt die Branche jährlich über viele junge Absolventen, die die Ausbildung mit Erfolg abschliessen. Trotz einer technisch einwandfreien Ausbildung zeigt sich, dass diese in der Praxis im Betrieb meistens stark gefordert sind. Diese Funktion wurde in den vergangenen Jahren mit zusätzlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten ergänzt, wodurch die Erwartungen stiegen. Ebenfalls fehlen in den Betrieben oftmals Wertschätzung und Anerkennung. Viele motivierte, fachlich top qualifizierte junge Leute werden ausgebildet, zu wenige verbleiben jedoch im Beruf und den Seilbahnbetrieben.
Wo siehst du aktuell den grössten Handlungsbedarf im Projekt?
Die Analysephase hat viele Resultate geliefert. Unter diesen Resultaten findet man viele Hinweise auf zu bearbeitende Handlungsfelder. In der Umsetzungsphase müssen wir nun prüfen, wie ein zeitgemässes Berufsbild aussehen kann und ob künftig möglicherweise mehrere Berufsbilder notwendig sind. Mit Sicherheit werden die Unternehmungen zukünftig gefordert sein. Mit einer Überarbeitung der Ausbildung allein ist das Problem jedoch nicht gelöst. Der «Status quo» in den Unternehmungen hat zu den aktuellen Problemen geführt und kann nicht in die Zukunft führen.
Welche Rolle übernimmst du als Projektleiter?
Der Projektleiter ist zugleich auch ein bisschen der «Coach». Die Ideen für eine Reorganisation der Ausbildung müssen gesetzes-, ausbildungs- und praxistauglich sein. Meine Erfahrungen aus vielen Jahren Engagement auf Managementstufe kann ich hier einbringen. Durch die jeweils gelebte Nähe zu den Mitarbeitenden, habe ich den Puls der diversen Unternehmungsbereiche gespürt und somit sind auch die Sorgen und Probleme im Bereich Technik und deren Verantwortlichen nicht unerkannt geblieben.
Die Rückmeldungen aus der Branche waren sehr positiv. Wie wirkt sich das auf die nächsten Schritte aus?
Hier bin ich gespannt, ob die positive Beurteilung der Tatsache, dass SBS sich dieser Problematik angenommen hat, in der Zukunft mithilft zu erkennen, dass auch die Unternehmungen im Bereich Betriebsführung und Organisation Handlungsbedarf aufweisen. Es ist nicht getan damit, nur das Berufsbild «Technische Leiter:in» der heutigen Zeit und Bedürfnissen anzupassen, auch die Unternehmungen müssen dringend «über die Bücher».
Wann darf die Branche mit ersten konkreten Ergebnissen rechnen?
Erste Ergebnisse oder besser gesagt Trends in der umfassenden Überarbeitung der Ausbildung werden am Forum Seilbahnen Schweiz im Oktober 2026 präsentiert. Die Komplexität des Projektes verlangt nach genügend Zeit für die Beratung der einzelnen Themenfelder in der Kern- und Strategiegruppe. Gemäss Projektplanung könnten eineinhalb bis zwei Jahre bis zum Projektabschluss notwendig sein.
Mit dem Start der Umsetzungsphase gewinnt das Projekt weiter an Dynamik. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Zukunft dieser zentralen Funktion im Seilbahnwesen konkret gestaltet wird. Ich bin zuversichtlich, dass wir hier als Branche engagiert und pragmatisch zusammenarbeiten werden.



